SPIELERLEBNIS.CH
Sinnvolles und gesundes Spielen

Spielen und Lernen gehören zusammen

Spielen und lernen

"Kind müsste man noch einmal sein und den ganzen Tag nichts anderes tun als spielen!"
Vielleicht hast Du Dich als Mutter auch schon gefragt, ob Du Dein Kind im Alltag ausreichend förderst. Die Ansprüche und Erwartungen an Kinder und an deren Eltern sind heute gross, fast könnte man meinen ein Kind, welches vor seiner Einschulung weder die Musikschule besucht noch eine zusätzliche Fremdsprache erlernt hat, hätte bedeutende Defizite was seine kognitive Entwicklung angeht.

So steigt der Leistungsdruck auf Kinder immer weiter an und Konkurenzdenken ist bereits in den Köpfen von Kleinkindeltern fest verankert: Der Nachwuchs kann mit zwölf Monaten noch nicht laufen? Vielleicht liegt ja eine motorische Entwicklungsverzögerung vor, die meisten Gleichaltrigen scheinen doch bereits sicher einen Fuss vor den anderen zu setzen! Da hilft nur Förderung, also wird das Kind umgehend beim Babyturnen angemeldet.

Das Lernen rückt in der Erziehung immer mehr in den Fokus

Der Begriff "Lernen" spielt heute eine immer grössere Rolle, wenn Eltern und Experten über die Erziehung und Entwicklung von Kindern diskutieren. Wenn Du als Mutter an Deine eigene Kindheit denkst, so musstest Du wahrscheinlich deutlich weniger wöchentliche Pflichttermine wie Ballettunterricht, Logopädie oder Frühenglisch wahrnehmen als Dein Kind heute. Du hast wahrscheinlich die meiste Zeit spielend in Deinem Zimmer oder in der freien Natur verbracht. Natürlich war das Lernen auch ein Thema, aber erst mit Beginn der Schulzeit.

Heute sieht das anders aus: Ihr Kind von Anfang an zu fördern und Lernprozesse anzuregen ist vielen Eltern ein wichtiges Anliegen. Das Kinderzimmer wird mit pädagogisch wertvollem Spielzeug ausgestattet, nachmittags stehen Frühförderkurse an und abends vor dem Schlafengehen wird noch ein bisschen Lesen geübt - es kann schliesslich nicht schaden wenn ein Kind dies bereits beherrscht bevor es in die Schule geht, oder?

Lernen funktioniert nur über Selbstbildungsprozesse

Die geschilderten Szenarien beinhalten einen entscheidenden Denkfehler, den Erwachsene heute häufig machen. Sie glauben, ihr Kind entwickele sich schneller und besser, wenn es möglichst viel lernt und weniger Zeit mit spielen verschwendet. Das ist ein grosses Problem, denn die wichtigsten und grundlegendsten Dinge lernt jeder Mensch im Spiel. Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern, wenn es in Zukunft vielleicht auch Förderangebote für Neugeborene gibt. Bildung kann nicht von aussen wie durch einen Trichter in das kindliche Gehirn hinein gefüllt werden. Alle wichtigen und vor allem nachhaltigen Bildungs- und Lernprozesse sind geprägt vom selber Tun und vom Ausprobieren.

Dein Kind lernt im Spiel - und zwar am besten ganz ohne Druck oder Regulierung durch Erwachsene. Wenn es stundenlang Türme baut, bunte Kreise malt oder im Sandkasten Kuchen backt, so lernt es in dieser Zeit jede Menge wichtige Dinge, ohne dass Mama oder Papa diese Lernprozesse initiieren müssten. Die Fähigkeit zu spielen und damit aus einer inneren Motivation heraus wichtige Kenntnisse über sich und seine Umwelt zu erlangen ist beim Menschen angeboren. Der Wert des kindlichen Spiels kann also gar nicht häufig genug betont werden.

Tipp: Spielen und Lernen gehören zusammen

Du als Mutter brauchst Dein Kind nicht in Frühförderkurse schicken, damit es sich gut entwickeln kann. Gib ihm einfach ausreichend Zeit und Raum zum Spielen und zum Entdecken. Beobachte sein Verhalten, denn so erkennst Du schnell besondere Interessen und Begabungen. Stelle Deinem Kind Spielzeug zur Verfügung, welches einen hohen Aufforderungscharakter hat, aber möglichst wenig zweckgebunden ist. So kann es sich immer wieder neue Spielideen einfallen lassen und eignet sich ganz nebenbei viele wichtige Kompetenzen an.

Bildquelle: Rainer Sturm  / pixelio.de

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