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Krabbelgruppen - sinnvoll oder überflüssig?

Krabbelgruppe

"Was? Sein Kind hat mit zehn Monaten nur drei Zähne? Das ist aber spät! Es scheint motorisch ausserdem eher träge zu sein, oder? Meine kleine Emily konnte in diesem Alter bereits sehr gut krabbeln und hat sich überall hoch gezogen. Hast Du mal den Kinderarzt gefragt, ob Dein Kleiner sich normal entwickelt?"

Mütter untereinander können grausam sein und Zweifel säen. Du weisst sicherlich wie schlecht man sich fühlt, wenn das eigene Kind im Vergleich mit Gleichaltrigen scheinbar negativ abschneidet, weil es noch nicht läuft, mit einem Jahr noch kein Wort spricht oder einfach kein Interesse zeigt, einen Stift in die Hand zu nehmen. Gerade Krabbelgruppen scheinen prädestiniert dafür zu sein, das eigene Kind gegen die "Konkurrenz" antreten zu lassen und Du als Mutter musst die Vergleiche wohl oder übel über Dich ergehen lassen, wenn ein erneutes Treffen ansteht. Solltest Du Dir diesen Psychostress nicht lieber sparen und solche Gruppen meiden? Oder profitiert Dein Kind davon?

In vielen Krabbelgruppen setzt sich ein Leistungsgedanke durch, der Eltern unter Stress setzt

Krabbelgruppen gibt es wie Sand am Meer. Die Angebote reichen von lockeren, zwanglosen Treffen die meist von Laien geleitet werden, die selbst Eltern sind über spezielle Förderkurse bin hin zu Gruppen, die nur von Hebammen oder zertifizierten Fachkräften angeboten werden dürfen und für die es aufgrund der hohen Nachfrage schwer wird, einen freien Platz zu finden. Krabbelgruppen sind also angesagt, sei es, um das eigene Kind daran zu gewöhnen von anderen Personen betreut zu werden oder, um gezielte und altersgerechte Förderangebote zu bekommen. Und fördern wollen Eltern ihr Kind heute so früh wie möglich: Viele haben Angst, ihr Nachwuchs könnte sonst nicht mithalten und sich nicht so gut entwickeln wie seine gleichaltrigen Freunde. Das eingangs erwähnte Konkurrenzdenken und der Entwicklungsvergleich findet also wirklich statt und setzt Dich als Mutter ziemlich unter Druck. Hast Du vielleicht nicht alles getan um Dein Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen? Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, so hat die Teilnahme an einer Krabbelgruppe ihr Ziel verfehlt.

Spiel- und Krabbelgruppen sollten Kindern und Eltern Spass machen

Eigentlich sollte eine Krabbelgruppen ursprünglich keinem anderen Zweck dienen, als Kindern den Kontakt zu Gleichaltrigen und Dir als Mutter den Austausch mit anderen Eltern zu ermöglichen. Kleinkinder nutzen gerne die Möglichkeit, anderen Kindern näher zu kommen, auch wenn sie meist eher nebeneinander als miteinander spielen. Zudem bietet ein grosser, mit altersgerechten Spiel- und Bewegungselementen ausgestatteter Raum ihnen die nötigen Anreize, sich und ihre Umwelt zu erkunden und sich vielleicht sogar ein paar Meter von Mama oder Papa zu entfernen und wichtige Lernerfahrungen zu machen. Aber: Auch Du als Mutter solltest Dich wohlfühlen und Dich nicht zwingen an einer Krabbelgruppe teilzunehmen, obwohl Du das Gefühl hast den kritischen Blicken und Kommentaren der anderen Mütter hilflos ausgeliefert zu sein.

Tipp: Das richtige Angebot suchen und auf eine Wohlfühlatmosphäre setzen

Suche Dir eine Krabbelgruppe, deren Teilnehmer Dir sympathisch sind. Wenn Du abschätzige Blicke fürchten musst, solltest Du lieber zu Hause bleiben oder mit Deinem Kind auf den Spielplatz gehen. Erziehung ist kein Wettbewerb, bei dem der Beste gewinnt und jedes Kind entwickelt sich zudem individuell unterschiedlich schnell. Von aussen lässt sich das kaum bis gar nicht beeinflussen. Dein Kind hat also keinen Nachteil, wenn es an keiner Krabbelgruppe teilnimmt, solange es nicht isoliert aufwächst.

Bildquelle: friesenliesel / pixabay.com

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