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Musik in der Schwangerschaft

Musik Schwanger Foerderung

CDs mit Titeln wie "Klassik für Babies" oder "Musik für die Schwangerschaft" sind seit Jahren im Handel zu finden. Das Thema Frühförderung macht längst nicht bei Kindergartenkindern Halt und so ist es kein Wunder, dass findige Tonträgerhersteller versuchen, mit dem Wunsch angehender Eltern, ein kluges und gesundes Kind zu bekommen, Geld zu machen. Wir erklären, inwieweit Sie mit Ihrer Frau wirklich schon in der Schwangerschaft die Intelligenz Ihres Nachwuchses fördern können.

Der "Mozart-Effekt" weckte Hoffnungen

Bis heute wird eine Therapie nach dem französischen Arzt Dr. Alfred Tomatis in der Kinderheilkunde und in der Neurophysiologie gern verwendet, die darauf beruht, dass dieser in den 1950ern herausfand, dass Mozart-Klänge eine beruhigende Wirkung auf Neugeborene haben. 1981 belegte Tomatis zudem in seiner Studie "Der Klang des Lebens", dass auch Ungeborene freudvoll oder mit Unruhe auf Musik reagieren. Seitdem bewiesen verschiedene Wissenschaftler, dass sich Ungeborene akustische Reize merken können und diese Töne nach der Geburt wiedererkennen. Weltweit stiess eine Forschungsarbeit der University of California auf besonders grosse Resonanz. Deren Ergebnisse führten 1993 zum "Mozart-Effekt", denn die Hypothese war, dass klassische Musik den IQ erhöhe. Insbesondere verbessere die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart das räumliche Vorstellungsvermögen deutlich. Tatsächlich schnitten Versuchspersonen nach 10-minütigem Hören von Mozartkompositionen in räumlich-visuellen Test besser ab als die Kontrollgruppe.

Keine ausreichenden Beweise für Klugheit durch klassische Musik

Die Hypothese des "Mozart-Effektes" hatte verschiedene Förderprogramme zur Folge, allerdings auch bald allerlei kritische Stimmen zu der Studie. Da nachfolgende Studien das Ergebnis nicht bestätigen konnten, gibt es bis heute keine fundierten Beweise dafür, dass Musik Ungeborene tatsächlich intelligenter macht. Selbst die Studien, die dem "Mozart-Effekt" positiv gegenüber standen, räumten ein, dass dieser nur für maximal dreissig Minuten anhält und spezifisch auf räumlich-visuelle Aufgaben beschränkt ist. Allgemein wirkt sich bei Menschen aller Altersstufen passives Hören von Musik unter bestimmten Bedingungen positiv auf verschiedene kognitive Fähigkeiten aus, dabei handelt es sich aber nicht um dauerhaft intelligenzsteigernde Veränderungen im Gehirn. Für eine gesteigerte kognitive Erregung und verbesserte Stimmung ist die Art der Musik unerheblich, entscheidend ist der persönliche Geschmack. Klassische oder andere Musik ist somit eine gute Sache, um die Seele baumeln zu lassen. Schliesslich spürt das Ungeborene, wenn sich die Mutter gut fühlt und reagiert darauf. Was Kinder im Mutterleib und in den ersten fünf Lebensjahren schlauer macht filterte ein Team der New York University 2013 aus 74 veröffentlichten Studien heraus. Die soziale oder emotionale Intelligenz blieb dabei unberücksichtigt, doch immerhin auf die kognitiven Fähigkeiten können Sie demnach Einfluss nehmen.

Fördern und beruhigen auf verschiedene Arten

Tatsächlich fanden sich bei der Metastudie von 2013 einige Studien über Handlungen, die zu mehr Intelligenzpunkten beim Kind führen. So hilft es, als Schwangere regelmässig ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen, die etwa in Nüssen, Getreide- und Pflanzenöl enthalten sind. Später hebt der Besuch einer Vorschule oder anderen pädagogischen Einrichtung den IQ vor allem von Kindern aus finanziell benachteiligten Familien. Allen Kindern hilft das sogenannte interaktive Vorlesen, wohingegen das Musik hören nicht belegbar schlauer macht. Allerdings ist es interessant zu wissen, dass Ungeborene ab circa der 35. Woche Tonhöhen unterscheiden und somit auch die Rhythmen verschiedener Sprachen erkennen. Eine bestimmte Spieluhr oder ein spezielles Musikstück kann, im letzten Drittel der Schwangerschaft regelmässig nahe am Bauch abgespielt, zur beruhigenden Routine werden, die sich auch nach der Geburt bewährt. Wenn Sie also möchten, versuchen Sie, Ihrem Nachwuchs eine Beruhigungsmelodie nahezubringen, auf die es aufgrund vorgeburtlichen Lernens mit Entspannung reagiert.

Bildquelle: StockSnap / pixabay.com

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