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Langeweile als Chance für die Entwicklung

Langeweile Kind Chance

"Mama, mir ist so langweilig." Oder: "Ich weiss nicht, was ich machen soll."
Als Mutter kennst Du diesen Satz nur zu gut, denn Langeweilephasen hat jedes Kind hin und wieder. Wobei: Bei Kleinkindern ist Langeweile eher eine seltene Erscheinung. Sie finden schnell in ein Spiel, wenn sie sich sicher fühlen und ihre Grundbedürfnisse befriedigt sind. Es scheint so, dass ältere Kinder nicht so einfach zufriedenzustellen sind, was ihre Freude am Tun und ihre Fähigkeit, sich eine Beschäftigung zu suchen, angeht.

Doch warum ist das so und wie reagierst Du als Mutter in dieser Situation richtig? Hilft es Deinem Kind, wenn Du mitspielst oder zumindest Vorschläge machst, womit es sich beschäftigen könnte? Vielleicht hast Du das Gefühl, dass Dein Kind überhaupt nicht mehr bereit ist, selbstständig in ein Spiel zu finden, wenn Du zu häufig als Spielpartnerin einspringst. Diese Gefahr besteht tatsächlich - dabei ist Langeweile gar nicht so problematisch wie Du vielleicht denkst, denn aus der Langeweile heraus ergeben sich häufig wichtige Lernerfahrungen sowie Chancen für die kindliche Entwicklung.

Langeweile gilt als Übel, welches vermieden werden muss

Montags Fussballtraining, Dienstags Frühenglisch, Mittwochs lernen für den Test, am Donnerstag Nachhilfeunterricht, Samstag Übernachtung bei der Oma: Viele Vor- und Primarschulkinder haben einen volleren Terminkalender als Erwachsene. Langeweile kommt da nicht auf - und wenn doch, dann geht's eben zum Spielplatz oder eine Verabredung wird arrangiert. Alleine spielen im eigenen Zimmer, Ideen entwickeln und kreativ sein - das haben zahlreiche Kinder völlig verlernt. Dabei ist Langeweile kein Übel, welches unbedingt verhindert werden muss, doch so lange es auch Eltern kaum aushalten können, wenn ihre Kinder nichts zu tun haben, wird sich diese Einstellung kaum ändern. Erwachsene stempeln Menschen, die sich zeitweise mit nichts beschäftigen, gerne als faul ab. Andererseits können sie es häufig nicht nachvollziehen, wenn andere nie zur Ruhe kommen und permanent in Aktion sind. Das ist ein Widerspruch in sich, mit dem Kinder heute aufwachsen und mit dem sie umgehen lernen müssen.

Kinder müssen auch mal nichts tun dürfen

Es ist also gar nicht notwendig Dein Kind ständig zu beschäftigen. Es gewöhnt sich zu sehr daran und hat Probleme, in ein Spiel zu finden. Zudem solltest Du Dir als Mutter abgewöhnen, Langeweile negativ zu beurteilen, denn für Kinder sind Langeweilephasen wichtige Lernprozesse. Wenn ein Kind scheinbar nichts tut, so wirkt dies nur für Aussenstehende so, denn was in seinem Kopf geschieht kannst Du als Mutter nicht wahrnehmen. Vielleicht setzt es sich gerade intensiv mit seinen Gedanken und Gefühlen auseinander oder es beobachtet seine Umgebung. Möglicherweise überlegt es, womit es sich beschäftigen könnte und entwickelt kreative Ideen. Daher ist es wichtig, nicht immer gleich Spielvorschläge zu machen oder selbst zum Spielpartner zu werden, wenn sich Dein Kind langweilt.

Tipp: Zu viel Spielzeug verhindert Langeweile nicht, sondern fördert sie nur

Wenn Kinder viel Spielzeug besitzen, sehen sie manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Sie wissen nicht, womit sie sich zuerst beschäftigen sollen, weil der Überfluss und das grosse Angebot sie überfordert. Das fördert Langeweile, anstatt sie zu verhindern. Weniger ist daher mehr, wenn es um Geschenke und Spielmaterial geht.

Bildquelle: PublicDomainPictures / pixabay.com

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